Alle Beiträge von Sabine Hilsbrich

Dringender Klarstellungs- und Handlungsbedarf für regionale Jugendarbeit

Der Kreisjugendring Mittelsachsen e.V. und die Kreisjugendfeuerwehr Mittelsachsen richten sich mit einem dringenden Appell an die Verantwortlichen in der politischen Ebene in Sachsen, ihrer Verantwortung in der Kinder- und Jugendarbeit gerecht zu werden

Bezüglich der Auswirkungen des vierten Gesetztes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 22. April 2021 auf die regionale Jugendarbeit freier Träger kritisieren wir, dass erst jetzt Klarstellungen auf Landesebene erfolgen, obwohl das Gesetz im Entwurf seit voriger Woche vorliegt.

Wir fordern von allen zuständigen sächsischen Behörden dringends eine umgehende Klarstellung, wie das Gesetz in der Jugendhilfe besonders nach SGB VIII §§ 11 und 12 anzuwenden ist.

Bei den bisherigen Corona-Schutz-Verordnungen des Freistaats Sachsen gab es wenigstens inzwischen konkrete Durchführungsanweisungen, damit eine effektive Jugendarbeit weiterhin stattfinden konnte. Allein mit dem vorliegenden Bundesgesetz ist eine Einordnung der Jugendarbeit freier Träger der Jugendhilfe auch nach mehrfacher Lektüre nicht möglich. Es wird nur auf Sport und Schulen eingegangen, nicht jedoch auf die pädagogisch betreuten Angebote im Sozialraum sowie auf Jugendarbeit in Hilfsorganisationen wie z.B. der Jugendfeuerwehr. Die pädagogischen Fachkräfte und Inhaber der Jugendleitercard sind sich Ihrer Verantwortung in der Jugendarbeit während der Pandemie bewusst. Jugendarbeit kann bei der derzeitigen Lage mit sehr guten Hygienekonzepten mindestens im Außenbereich durchgeführt werden.

Die Situation der weiterhin kontakteingeschränkten Kinder und Jugendlichen ist dermaßen dramatisch, dass sie inzwischen eine ebenso dringliche Beachtung wie die Pandemie selbst braucht. Der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen droht nun wieder abzureißen. Überforderte Elternhäuser können die angestauten Probleme nicht mehr auffangen. Und wieder einmal wird nachhaltig die Motivation des Personals der Träger der Jugendhilfe (häufig ehrenamtlich tätig) untergraben. Es muss den regionalen Verbänden umgehend ermöglicht werden, ihrerseits ihren Mitgliedern konkrete Aussagen machen zu können, dass Angebote weiterhin und zu welchen Bedingungen geöffnet sein dürfen. Wir brauchen klare, leichtverständlich Regeln und umsetzbare Möglichkeiten für die Jugendarbeit in den ländlichen Regionen. Wir würden ein Ampelsystem für unsere Mitgliedern bevorzugen, wie z.B. https://www.ksberzgebirge.de/  es online zur Verfügung gestellt hatte. Diese tagaktuellen Informationen, eingebunden in klare Anwendungsaussagen für die Jugend- und Jugendverbandsarbeit sollten eigentlich selbstverständlich von Regierungsebene, online verfügbar gemacht werden.

Sorge um Jugendarbeit in der Pandemie. Ein neues Vorstandsmitglied.

In seiner online durchgeführten Mitgliedervollversammlung am 22. März 2021 wählten die Mitglieder des Kreisjugendring Mittelsachsen e.V. ein neues Vorstandsmitglied in den Vorstand. Mandy Gnauck aus Waldheim wird den Vorstand mit ihren Kompetenzen aus langjährigen Tätigkeiten in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit in Brandenburg, Chemnitz und auf Landesebene in Sachsen enorm verstärken. Neben Mandy Gnauck gehören zum fünfköpfigen Vorstand Joachim Fänder (Vorsitzender), Heinz-Ulrich Schwarz (Stellvertretender Vorsitzender), Jan Müller und Jürgen Krause. Der KJR hat inzwischen 33 Mitglieder. Zwei seit der letzten Versammlung neu aufgenommene Verbandsmitglieder, die Evangelische Jugend Leisnig-Oschatz und die Evangelische Jugend Freiberg, wurden zu Beginn der Videokonferenz herzlich begrüßt.

Neben den üblichen Vereinsformalien nahmen sich die Mitglieder in kleineren Gesprächsrunden Zeit, um sich über die Auswirkungen der Pandemie auf die Jugendarbeit im Landkreis auszutauschen. Jugendliche haben sich auf viele Veränderungen gut eingestellt. Trotzdem blicken die Mitglieder im KJR mit Sorge auf die andauernden Kontakteinschränkungen. Wichtige soziale Kontakte mit Peers können von den Jugendlichen nur teilweise gepflegt werden. Für die Träger der Angebote der Jugendarbeit ist durch die reduzierten Öffnungsmöglichkeiten die Erwirtschaftung von Eigenmitteln ein zunehmendes Problem. Übereinstimmend wurde die Beschleunigung der Digitalisierung und die digitalen Fortschritte der Jugendverbände und Jugendarbeit als positiv beschrieben. Die Erwartung ist, dass sich die derzeit notwendigerweise eingesetzten Online-Formate auch zukünftig im großen Landkreis für die Jugendverbandsarbeit und den Fachaustausch gut nutzen lassen.

Die Gesprächsrunden moderierten Christian Fanter und Stephanie Klotz vom Flexiblen Jugendmanagement im Landkreis Mittelsachsen, einem Projekt in Trägerschaft des KJR. Die drei FlexJuMa-Teammitglieder sind im Landkreis unterwegs, um gemeinsam mit Jugendlichen neue Beteiligungsprojekte in Kooperation mit Kommunen zu entwickeln und zu begleiten. Projektanfragen und Ideen können jederzeit gern an das Team beim KJR herangetragen werden. Die Kontaktdaten sind unter https://flexjuma.kjr-mittelsachsen.de einfach zu finden.